Herzfrequenz beim Laufen: So trainierst du nach Puls

Female runner in white sleeveless top and purple Craft tights checking a black GPS sports watch on her wrist, wearing a running belt

Herzfrequenzbasiertes Laufen ist nicht nur sehr effektiv, sondern auch sehr lehrreich. In diesem Blog bringen wir dir alles über das Herzfrequenz-Training bei. Wie fängt man an? Mit welcher Herzfrequenz sollte man trainieren? Und wie wird man schneller? Wir geben dir einen praktischen Schritt-für-Schritt-Plan an die Hand, damit du noch heute mit Herzfrequenz-Lauftraining beginnen kannst. Zumindest wenn du uns dann auch demnächst erzählst, ob du schon wieder eine persönliche Bestleistung geknackt hast?

Laufen nach Herzfrequenz

Das Herz ist ein wichtiger Motor für Läufer. Während des Trainings benötigen deine Muskeln mehr Sauerstoff. Als Reaktion darauf erhöht sich deine Herzfrequenz, damit mehr Sauerstoff zu den Muskeln transportiert werden kann. Eine sehr hohe Herzfrequenz bedeutet eine hohe Belastung für den Körper. Daher ist es wichtig, nicht zu häufig mit sehr hoher Herzfrequenz zu trainieren. Wenn du mit der richtigen Herzfrequenz trainierst, kannst du die Belastung besser steuern und abwechslungsreicher trainieren. Diese Abwechslung kann dir dabei helfen, deine Laufleistung zu verbessern.

3 Vorteile des Herzfrequenz-Trainings

Training mit der richtigen Intensität

Durch herzfrequenzbasiertes Training kannst du die Intensität gut im Blick behalten. Deine persönlichen Herzfrequenzwerte geben Aufschluss darüber, ob du mit niedriger oder hoher Intensität trainierst. Natürlich ist es auch wichtig, nach Gefühl zu trainieren, denn manchmal kann sich das Training trotz niedriger Herzfrequenz schwer anfühlen. Nimm dir etwas Zeit, um dich an das Herzfrequenztraining zu gewöhnen.

Abwechslungsreiches Training

Viele Läufer trainieren häufig im sogenannten „grauen Bereich“. Das bedeutet, dass das Training weder besonders locker noch besonders intensiv ist. Durch herzfrequenzbasiertes Training lernst du, gezielter in verschiedenen Herzfrequenzzonen zu laufen – zum Beispiel viel in den Zonen 1 und 2 und bei intensiveren Einheiten auch in höheren Zonen. So werden sowohl das aerobe als auch das anaerobe System trainiert.

Fortschritte gezielt verfolgen

Herzfrequenzbasiertes Training kann dir dabei helfen, deine Fortschritte gezielt zu verfolgen. Mit der Zeit kannst du beispielsweise bei gleicher Herzfrequenz ein höheres Tempo laufen. Dabei spielt auch die Energieversorgung eine wichtige Rolle, zum Beispiel durch die Kohlenhydratverbrennung. Auch bei Wettkämpfen lernst du besser einzuschätzen, welche Herzfrequenz du über längere Zeit halten kannst. So kannst du dein Tempo während des Rennens gezielter einteilen.

Dank des Herzfrequenztrainings kannst du sowohl die Fettverbrennung als auch die Kohlenhydratverbrennung gezielt trainieren, sodass du mit der Zeit bei einer niedrigeren Herzfrequenz schneller laufen kannst.

Produktexperte

Daan Glorie

3 Schritte für den Einstieg ins Herzfrequenztraining

Mit diesen drei Schritten lernst du, wie du deine Herzfrequenzzonen bestimmst und selbst mit dem Herzfrequenztraining beginnen kannst.

1. Trainiere mit einer Sportuhr oder einem Herzfrequenzmesser

Um nach Herzfrequenz zu trainieren, brauchst du ein Gerät, das deine Herzfrequenz beim Laufen misst. Die meisten Läufer nutzen dafür eine Sportuhr mit integrierter Herzfrequenzmessung. Für Freizeitläufer reicht diese meistens aus, um einen guten Eindruck davon zu bekommen, wie intensiv ein Training wirklich ist. Möchtest du präziser trainieren, zum Beispiel bei Intervalltrainings oder Wettkämpfen? Dann ist ein Brustgurt oft zuverlässiger als die Messung am Handgelenk, da er schneller auf Veränderungen deiner Herzfrequenz reagiert.

2. Bestimme deine maximale Herzfrequenz

Um deine Herzfrequenzzonen zu berechnen, musst du zunächst deine maximale Herzfrequenz bestimmen. Eine Möglichkeit dafür ist ein Herzfrequenztest im Freien, auch Feldtest genannt. Dabei steigerst du die Belastung kontrolliert bis zur maximalen Anstrengung.

Wähle eine ruhige Strecke mit möglichst wenigen Ampeln, Kurven und Höhenunterschieden. Achte außerdem darauf, ausgeruht an den Start zu gehen, damit Müdigkeit das Ergebnis möglichst wenig beeinflusst.

So führst du den Herzfrequenztest durch

  • Beginne mit 10 bis 15 Minuten lockerem Einlaufen.

  • Laufe danach 6 bis 8 Blöcke à 2 Minuten, mit jeweils 1 Minute lockerem Gehen oder Joggen dazwischen.

  • Beginne mit einem Tempo, das sich noch angenehm anfühlt.

  • Steigere das Tempo mit jedem Block ein wenig.

  • Die ersten Blöcke sollten sich noch gut anfühlen. Du solltest das Gefühl haben, noch genügend Reserven zu haben.

  • Erst in den letzten beiden Blöcken darf es richtig anstrengend werden.

  • Nur der letzte Block sollte eine maximale Anstrengung sein, bei der du wirklich nicht mehr schneller laufen kannst.

  • Sieh dir anschließend an, welche höchste Herzfrequenz du erreicht hast.

Die höchste Herzfrequenz, die du während des Tests erreichst, kannst du zur Berechnung deiner Herzfrequenzzonen verwenden. Wiederholst du den Test später noch einmal, kannst du außerdem nachvollziehen, wie sich deine Leistungsfähigkeit entwickelt.

3. Vermeide es, bei jedem Training zu schnell zu laufen

Ein häufiger Fehler beim Lauftraining ist, dass auch lockere Einheiten am Ende zu anstrengend werden. Beim Herzfrequenztraining erkennst du leichter, wenn dein Tempo eigentlich zu hoch ist. So bleiben ruhige Ausdauerläufe auch wirklich ruhig und du hast mehr Energie für intensive Trainingseinheiten.

Overhead view of a female runner in white tank top and mauve shorts checking her smartphone in a park

Trainiere in den richtigen Herzfrequenzzonen

Beim Laufen nach Herzfrequenz trainierst du in verschiedenen Herzfrequenzzonen. Jede Zone hat ein eigenes Trainingsziel und eine bestimmte Trainingsintensität. Anhand deiner maximalen Herzfrequenz kannst du berechnen, in welchen Zonen du trainieren solltest. So vermeidest du, dass lockere Einheiten unbemerkt zu intensiv werden, und weißt besser, wann du gezielt Intensität hinzufügen kannst.

Als Orientierung wird häufig eine Verteilung von etwa 80 % lockerem und 20 % intensivem Training genutzt.

In der folgenden Tabelle siehst du für jede Zone, wie anstrengend sich das Training anfühlt, wofür die Zone gedacht ist und welcher Prozentsatz deiner maximalen Herzfrequenz dazugehört. Bei einer maximalen Herzfrequenz von 180 bpm liegt Zone 2 zum Beispiel zwischen 126 und 144 Schlägen pro Minute.

Zone 1

Trainingseffekt

Förderung der Durchblutung und Unterstützung der Regeneration.

Trainingstyp

Aufwärmen, Regenerationsläufe und lockere Ausdauerläufe.

Anstrengungsgrad

Leicht

Herzfrequenzbereich

60–70 % der maximalen Herzfrequenz

Zone 2

Trainingseffekt

Verbesserung der Grundlagenausdauer und des Fettstoffwechsels.

Trainingstyp

Lockere und längere Ausdauerläufe.

Anstrengungsgrad

Locker bis moderat

Herzfrequenzbereich

70–80 % der maximalen Herzfrequenz

Zone 3

Trainingseffekt

Verbesserung der Tempoausdauer und der aeroben Leistungsfähigkeit.

Trainingstyp

Ausdauertraining mit längeren Tempoblöcken.

Anstrengungsgrad

Moderat bis anstrengend

Herzfrequenzbereich

80–85 % der maximalen Herzfrequenz

Zone 4

Trainingseffekt

Verbesserung der Schwellenleistung und der anaeroben Leistungsfähigkeit.

Trainingstyp

Intervalltraining mit längeren Blöcken oder kürzeren Intervallen mit wenig Pause.

Anstrengungsgrad

Schwer

Herzfrequenzbereich

85–90 % der maximalen Herzfrequenz

Zone 5

Trainingseffekt

Verbesserung der VO2max und der Leistungsfähigkeit bei hoher Intensität.

Trainingstyp

Kurze, intensive Intervalle bei hoher Geschwindigkeit.

Anstrengungsgrad

Sehr schwer

Herzfrequenzbereich

90–100 % der maximalen Herzfrequenz

Die meisten Läufer profitieren besonders von Trainingseinheiten in den Zonen 1 und 2. Diese ruhigen Trainingseinheiten helfen dabei, die Grundlagenausdauer aufzubauen, ohne den Körper ständig stark zu belasten. Dadurch kannst du dich besser erholen und intensive Trainingseinheiten mit höherer Qualität absolvieren. Zone 3 nutzt du vor allem für Tempoläufe und längere Einheiten bei höherem Tempo. Die Zonen 4 und 5 kommen vor allem bei Intervalltraining und schnellen Einheiten zum Einsatz. Diese Trainingseinheiten sind deutlich anstrengender und machen deshalb meist nur einen kleineren Teil des Trainings aus. Viele Läufer merken erst mit der Zeit, dass sich ruhige Trainingseinheiten auch wirklich ruhig anfühlen sollten. Gerade der Wechsel zwischen ruhigen und intensiven Trainingseinheiten kann entscheidend zu deinen Fortschritten beitragen.

Side view of a runner's legs in neon yellow-green racing shoes sprinting on a red running track during interval training.

4-Wochen-Trainingsplan für das Laufen nach Herzfrequenz

Bist du neugierig, wie ein Laufplan aussieht, wenn du nach Herzfrequenz trainierst? Wir haben einen 4-Wochen-Trainingsplan für Läufer erstellt, die 10 km schneller laufen möchten. Der Plan basiert auf 3 Trainingseinheiten pro Woche.

WOCHE 1

1. TRAINING

2. TRAINING

3. TRAINING

Zone 1

Zone 1 + 4

Zone 1 + 2

30 Minuten ruhiger Ausdauerlauf in Zone 1.

30 Minuten Intervalltraining mit 5 × 2 Minuten in Zone 4 (1 Minute Gehpause zwischen den Intervallen).

40 Minuten langer Ausdauerlauf mit 30 Minuten in Zone 1 + 10 Minuten in Zone 2.

WOCHE 2

1. TRAINING

2. TRAINING

3. TRAINING

Zone 1

Zone 1 + 4

Zone 1 + 2

35 Minuten ruhiger Ausdauerlauf in Zone 1.

30 Minuten Intervalltraining mit 4 × 3 Minuten in Zone 4 (jeweils 1 Minute Gehpause).

45 Minuten langer Ausdauerlauf mit 20 Minuten in Zone 1 + 25 Minuten in Zone 2.

WOCHE 3

1. TRAINING

2. TRAINING

3. TRAINING

Zone 1

Zone 1 + 4

Zone 1 + 2

40 Minuten ruhiger Ausdauerlauf in Zone 1.

30 Minuten Intervalltraining mit 4 × 4 Minuten in Zone 4 (jeweils 1 Minute Gehpause).

50 Minuten langer Ausdauerlauf mit 10 Minuten in Zone 1 + 40 Minuten in Zone 2.

WOCHE 4

1. TRAINING

2. TRAINING

3. TRAINING

Zone 1

Zone 1 + 4

Zone 1 + 2

30 Minuten ruhiger Ausdauerlauf in Zone 1.

30 Minuten Intervalltraining mit 4 + 3 + 2 + 1 Minuten in Zone 4 (jeweils 1 Minute Gehpause).

40 Minuten langer Ausdauerlauf mit 10 Minuten in Zone 1 + 20 Minuten in Zone 2 + 10 Minuten in Zone 1.

Neugierig auf unsere anderen Laufpläne oder möchtest du wissen, wie du dich am besten erholen kannst? Dann schau dir unsere speziellen Seiten mit Trainingsplänen und Artikeln zur Erholung an.


Tipps für das Training nach Herzfrequenz

  • Nutze einen Herzfrequenzmesser, da dieser in der Regel genauer misst als die Pulsmessung am Handgelenk.
  • Nutze einen Wettkampf oder mache einen Belastungstest, um deine persönlichen Herzfrequenzzonen zu bestimmen.
  • Vergleiche deine Herzfrequenz nicht mit der anderer Personen, denn Herzfrequenztraining ist individuell.
  • Notiere deine Herzfrequenzdaten und persönlichen Zeiten, damit du deine Fortschritte besser verfolgen kannst.
  • Achte darauf, dass dein Herzfrequenzmesser gut sitzt, um Verrutschen und Scheuerstellen zu vermeiden.
Man and woman running on a bridge wearing matching adidas neon yellow running tops and camo-print shorts

Die 5 häufigsten Fragen zum Laufen nach Herzfrequenz

Endspurt

Das Training nach Herzfrequenz hat mehrere Vorteile. Du trainierst gezielter, kannst deine Belastung besser steuern und deine Fortschritte leichter verfolgen. Wir empfehlen dir, beim Herzfrequenztraining einen Herzfrequenzmesser zu verwenden. Dieser misst die Herzfrequenz in der Regel zuverlässiger als die Messung am Handgelenk. Wiederhole einen Belastungs- oder Feldtest von Zeit zu Zeit, da sich deine Herzfrequenzzonen mit verändertem Leistungsniveau verschieben können. Wenn du mehr Erfahrung mit dem Herzfrequenztraining hast, wirst du außerdem merken, dass du ein besseres Gespür für die richtige Trainingsintensität bekommst. Sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Läufer können vom Herzfrequenztraining profitieren, da du bewusst mit unterschiedlichen Intensitäten trainierst.

Hast du Fragen? Dann wende dich über unseren Kundenservice an einen unserer Produktexperten oder schau dir die folgenden Artikel an.

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    Von Menno Munster

    11 Sep 2026

Geschrieben von:

Daan Glorie

Von Daan Glorie

Hardloop expert

Daan Glorie is een ervaren trailrunner en schrijver. Zijn passie voor de sport en expertise in de nieuwste hardlooptechnologieën maken zijn blogs een must-read voor elke serieuze hardloper.

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